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Unternehmenskultur
im Call Center: Joker im Call Center-Management
vom 12.11.01
Im
Leben gibt es keine Lösungen.Es
gibt nur Kräfte, die in Bewegung sind:
Man muss sie erzeugen - und die
Lösung folgen. -von Saint-Exupéry
Kult
um die Kultur (leider nur geklaut)
Wie
unterscheidet sich ein Unternehmen von den Wettbewerben? Immer mehr Spitzenprodukte
sind gleich gut. Immer mehr Spitzenprodukte sind gleich gut. Immer mehr
Dienstleister bezeichnen sich als kundenorentiert, immer mehr Call Center
als serviceorientiert. Selbstverständlich wissen wir alle: Der Mensch
macht den Unterschied! Nur Menschen schaffen Erfolge.Und doch: Investitionsbudgets
für Technik und Elektronik sind schneller freigegeben, oder? Und
eine leise Ahnung schleicht sich an: Könnten nicht vielleicht demnächst
einige der gerade neu geschaffenen Call Center-Arbeitsplätze doch
durch moderne Informationstechnologie ersetzt werden?
"Unternehmenskultur?
Dafür haben wir gerade keine Ressourcen frei. èber so was
können wir mal nachdenken, wenn die xy-Umstellung durch ist-und überhaupt:
Ist dieser Kult um die Unternehmenskultur nicht längst Schnee von
gestern? Modisches Management-Tool der 70er? Man weiss doch, dass das
alles nichts gebracht hat!" So und ähnlich klingt es in vielen
Unternehmen, wenn man das Thema Unternehmenskultur anschneidet. Nähern
wir uns also diesem Thema auf einem kleinen Umweg, "denn nur wer
Umwege geht, erwirbt Ortskenntnisse" (Sprenger, 1996).
Über
Kaufentscheidungen, Kundenzufriedenheit und Kundenbindung
Der
Pluralismus unserer Gesellschaft bietet unterschiedlichste Lebenskonzepte
an, stellt Rollenwahl und Entscheidungen frei. Zugehörigkeitsautomatismen
der Gesellschaften vergangener Jahrhunderte sind weitgehend aufgehoben
und zugleich jedoch als Orientierungspunkte verlorengegangen. Wie unterschiedlichste
empirische Untersuchungen zeigen, entwickeln Menschen dadurch ein zunehmendes
Bedürfnis nach Rückmeldung über den eigenen Wert und die
eigene Position in dieser Gesellschaft. Menschen suchen stärker denn
je nach Selbstdefinition- und Identifikationsmöglichkeiten. Eine
Gegebenheit, die ihre Aufmerksamkeit schärft und Glaubwürdigkeit,
Authentizität und Vertrauen in das Zentrum der Wahrnehmungen
rückt.
Nach Gertrud Höhler (1998) sind auch im
Rhamen von Kaufentscheidungen diese sozialen Veränderungen handlungssteuernd.
Ein bestimmter emotionaler Mehrwert spricht den Kunden an und bietet ihm
Orientierung über eigene Werte und Positionen. Damit sind bei jedem
Kaufverhalten sowohl sachliche Anforderungen als auch emotionale Bedürfnisse
des Kunden gleichermassen wichtig.
Ein Unternehmen, seine Produkte und Dienstleistungen können ein bestehendes
Wertebild des Kunden über sich selbst ergänzen oder konstituieren
und dienen als eine Art Identifikationsquelle, wenn entsprechende Werte
transportiert werden. Demnach kaufen wir alsoz.B. nicht "Tommy Hilfiger",
wir kaufen Zugehörigkeit zu einer sportlichen, selbstbewussten und
jugentlichen Gruppe, den American Way of Life mit einer Prise coolem Sex.
Und ergänzen damit unser Bild von uns selbst.
Je deutlicher und durchgängiger, je authentischer und glaubwürdiger
Kunden diese von Unternehmen kommunizieren (Mehr-)Werte erleben, desto
enger gestaltet sich die Kundenbindung.
Wenn also Kundenbindung von Unternehmen als wichtiger Faktor betrachtet
wird, so gilt es, auf einen glaubwürdigen und authentischen Marktauftritt
zu achten. Das heisst, jede Kommunikation sollte hinsichtlich der Werthaltungen
und Einstellungen, die das Unternehmen transportieren möchte, hinterfragt
werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Kommunikationspartner des Kunden,
alle Mitarbeiter sowie alle Führungskräfte proklamierte Werthaltungen
in Ihren Verhaltensweise wiederspiegeln.
Was über den Erfolg des Unternehmens entscheidet, ist die gesamte
Unternehmenskommunikation, ihre Eindeutigkeit und Unverwechselbarkeit
bezüglich Werthaltungen und Einstellungen. Geglückte Kommunikationsprozesse
sichern Kaufentscheidungen, Kundenzufriedenheit und dauerhafte Kundenbeziehungen.
Eine Kommunikation, die in besonderer Weise durch die Begegnungen mit
den Menschen, die in dem Unternehmen arbeiten, geformt wird.
Auf diesen Aspekt wies eine Untersuchung von Kienbaum bereits 1990
hin. Dabei wurden bezüglich der Faktoren, die die Einstellung zu
einem Unternehmen am meisten beeinflussen, folgende Ergebnisse erzielt:
Unternehmenswerbung
--------------------------------------------- 1%
Presseberichterstattung -------------------------------------------- 7%
Bewusste Wahrnehmung ------------------------------------------ 8%
Verwendung von Produkten oder Dienstleistungen ------ 16%
Persönlicher Kontakt zu den Mitarbeitern ------------------- 22%
Zentraler Punkt in
der Wahrnehmung der Corporate Identity (=das "Ganze, das von aussen
wahrgenommenwird")
Unser
Motto: Denken ist gut, machen, ist besser!
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